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trockene Fakten über feuchte Wände

Feuchtigkeit ist eine der häufigsten und gefürchtesten Ursachen für Schäden an Gebäuden. Doch
was ist der Grund für die feuchten Stellen, die sich oftmals in den Ecken von Bädern, Küchen und
Schlafzimmern bilden? Meist ist es kein von außen eindringendes Wasser, sondern Feuchtigkeit
von innen.

Dazu ein kleiner Ausflug in die Physik:
In der Luft wird Wasser als Dampf gebunden. Ob dieser sich jedoch in Gestalt von Wolken oder
Nebel sichtbar zeigt oder unsichtbar bleibt, hängt in erster Linie von der Temperatur der Luft ab.
Kühlt in der Wohnung feuchtigkeitshaltige Luft ab, dann kann die Temperatur unterschritten
werden, von der an sich der unsichtbare Dampf als Wasser absetzt. Dies geschieht am ehesten
dort, wo sich die Luft am meisten abgekühlt hat, also an den Außenwänden, vornehmlich in den
Ecken.

Früher war das anders:
Feuchtigkeitsschäden waren viel seltener, weil Holzfenster niemals völlig dicht waren und somit eine
Zwangsentlüftung stattfand. Aber auch das Material von Einrichtungsgegenständen spielt eine Rolle.
In der Vergangenheit waren Holzmöbel zum Beispiel nicht mit wasserabweisendem Polyester
beschichtet. Gardinen und Polster waren aus Naturfasern gefertigt, die die Feuchtigkeit viel besser
absorbieren konnten. Aber auch die niedrigen Energiekosten haben damals dazu beigetragen, dass
sich feuchte Stellen nicht so leicht entwickeln konnten. Es wurde mehr geheizt, die warme Luft
konnte mehr Wasserdampf binden und durch häufiges Lüften wurde ständig trockene Frischluft in die
Räume gebracht. Sicher wirksam, aber aus der heutigen Sicht des Energiesparens nicht von jedem
praktiziert.

Moderne Fenster – offen für Feuchtigkeit?
Die moderne Fenstertechnik hat viele Vorteile, zum Beispiel in punkto Energiesparen. Doch sie
verhindert auch, dass Luft ausgetauscht wird. Weil früher die Fensterscheiben die kältesten Flächen
des Raumes waren, hat sich dort die Feuchtigkeit gesammelt. Heute sind die naheliegenden Wände
die kälteste Fläche. Der Effekt, die Feuchtigkeit schlägt sich dort nieder und hinterlässt im
schlimmsten Fall Schimmel. Mit einem weiteren Nachteil, die innerlich durchfeuchtete Wand leitet
die teuer erzeugte Heizwärme bis zu 30-mal schneller nach außen als eine trockene Wand. Aber
woher kommt die ganze Feuchtigkeit? Die Antwort: aus der Luft. Sie enthält jede Menge Wasser.
Jeder Mensch gibt über Haut und Atem pro Nacht zum Teil mehr als einen halben Liter Wasser ab.
Hinzu kommt Feuchtigkeit, die zum Beispiel durchs Kochen und Duschen entsteht.
Die Lösung, regelmäßiger Luftaustausch und ein paar kleine Verhaltenstipps, die wir für Sie
aufgelistet haben:

Tipp 1
Heizen Sie auch die Zimmer, in denen Sie sich nicht ständig aufhalten. Und lassen Sie die
Zimmertemperatur niemals unter 18 Grad abfallen.

Tipp 2
Möbel sollten mit einem Abstand von 10 mm zur Wand aufgestellt werden, um eine ausreichend
Luftzirkulation zu gewährleisten, Legen Sie dazu eine kleine Holzleiste zwischen Wand und Möbel,
das erleichtert das langfristige Einhalten des Abstands.

Tipp 3
Heizkörper sollten frei stehen, damit sich die Wärme ungehindert verteilen kann. Verkleidungen,
Möbel oder Vorhänge könnten dies behindern und die Heizkosten so nach oben treiben.

Tipp 4
Wenig beheizte Räume sollten geschlossen bleiben. Sonst kann die warme Luft der anderen Räume
Feuchtigkeit hineintransportieren, die sich an den Wänden niederschlägt.

Tipp 5
Luftbefeuchter können die Entstehung von feuchten Stellen begünstigen. Sie sind deshalb nur
eingeschränkt empfehlenswert.

Tipp 6
Durch regelmäßiges Lüften sorgen Sie dafür, dass der Wasserdampf mit frischer Luft nach draußen
befördert wird.

Tipp 7
Lüften Sie schnell, am besten per Durchzug. Denn fünf bis zehn Minuten reichen, um feuchte Luft
durch frische zu ersetzen. Weiterer Pluspunkt: Es entweicht nur wenig Wärme bzw. teure
Heizenergie nach außen. Und warm wird's auch wieder schnell: Die in Wänden und im Mobiliar
gespeicherte Wärme bringt die frische Luft nach Schließen der Fenster im Hand- umdrehen wieder
auf eine angenehme Temperatur.

Tipp 8
Beim Kochen oder Duschen sollte der entstehende Dampf so schnell wie möglich nach außen
geleitet werden. Das Gleiche gilt auch für die Abluft des elektrischen Wäschetrockners.

Tipp 9
Wer Feuchtigkeit baulich entgegentreten will, hat dazu einige Möglichkeiten. Zum Beispiel durch
die Installierung eines Abluftventilators in Küche oder Bad. Oder die Anbringung einer Styroporplatte
zwischen Heizkörper und Außenwand. Auf der Raumseite der Platte wird eine reflektierende
Silberfolie angebracht und somit das Entweichen von Wärme in die Außenwand verringert.
 

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